guten abend,
dieses thema ist spannend, aber teilweise empfinde ich aussagen als halbgar.
"die formen sind verbandsabhängig."
diese aussage mag ich so nicht unterschreiben. konkreter müsste es heissen
"die formen sind verbandsabhängig, WENN ich eine prüfung machen will, da sie dann verbindlich sind"
weiterhin stand oben, dass man bei einer prüfung 1 form laufen muss. dass stimmt auch nicht, je nach prüfung - gerade im höheren bereich - werden bis zu 3 formen (poomsae) abgefragt. interessant ist allerdings die differenzierung, wer mit welchen verband eigentlich gemeint ist. so kann ich bei einer dtu prüfung einen wtf urkunde bekommen, waehrend die wtf prüfung andere inhalte aufweist. das wuerde aber den rahmen dieses threads hier sprengen.
interessant finde ich zudem etwas anderes. die umstellung von hyong zu poomsae begann anno 1995 und es gab eine übergangsregel bis 1996, in der beiden formensystem in einer dtu prüfung gelaufen werden konnten. das ist 13 jahre her. wieso bereitet dies so vielen noch probleme? sollte sich das im laufe der zeit nicht schon geregelt haben? "nichts ist so stetig wie der wandel" so heisst es und bei jedem gegener muss ich mich neuen vorgaben und herausforderungen stellen. das soll im formen-training anders sein? ;-)
"die poomsae haben so eine komische kurze stellung"
stimmt, aber nur in den unteren formen, danach ist die ap-sogi absolut selten. andererseits habe ich auf der strasse noch nie jemanden in ap-gubi (lang) gesehen und auch viele andere kk praktizieren in der auseinandersetzung die kurze stellung. vergleiche *ing *ung, JKD, Kendo.. die liste ist beliebig veränderbar. das, was offensichtlich favorisiert wird, so wage ich zu behaupten, findet in eurer SV kaum verwendung, und dennoch wird es als "seltsam" tituliert.
insofern müsste die einführung dieser stellung auf zustimmung stossen, wenn es um Wettkampf und/oder Freikampf im TKD und die SV geht. dass das nicht so ist, ist für mich ein paradoxum, habt ihr dafür eine erläuterung?
"die ersten 3 formen sind so ähnlich"
ja, das sind sie. dafür ist der aufbau aber logischer als bei den hyong, die geklaute Katas sind. die il-yang finde ich toll, weil sie den einsatz aller drei blöcke anschaulich macht.
aber soll das training einfach sein? ähnlicher ablauf und ähnliche namen fordern ein hohes mass an konzentration und unter stress auch diversifikation. das ist für mich ein nicht zu unterschätzender faktor. dass die hyong vielfältiger erscheinen als die poomsae, das mag jeder für sich selbst entscheiden. aber es spricht weiterhin nichts dagegen, beide zu laufen.
bislang wurde aber noch nicht erwähnt, dass die formen sich weniger im ablauf unterscheiden, als in der ausführung der techniken. (hierbei seien die letzten zwei/drei jahre einmal unbetrachtet). hyong und poomsae unterschieden sich im grundtechnikbereich durch die verschiedenen arten der ausholbewegungen insbesondere der art des gegenzuges. die nähert sich mit der umsetzung der key-points wieder etwas an. ich bin verwundert, dass dies hier nicht erwähnung fand.
"die traditionelle ausführung der hyongs"
was ist damit gemeint? konkret habe ich deutsche meisterschaften im Verband von kjh besucht, training von traditionellen vereinen und meisterschaften der dtu. die traditionelle ausführung bei kjh bestand aus brennpunktlosen und verwaschenen techniken, wo das hauptgewicht auf schnelligkeit lag, kraft spielte keine rolle. bei der dtu kenne ich die brennglasartigen ausführungen, ein übermass an kraft, etwas langsamer, dafür aber mit kontrollierten und sauberen stellungen. bei den traditionellen vereinen kenne ich ein mittelmass der beiden extreme.
nur, was ist nun traditionell und vor allem, warum?
Wie man evtl. schon bemerkt hat gefällt es mir auch wenn ein philosophischer Gedanke dahintersteckt und während die Poomsae einfach nur nach ihrer Reihenfolge benannt sind
tut mir leid, dass ist nicht korrekt. die poomsae 1-8 haben numerische bezeichnungen von 9-17 eigene namen. trotz der numerischen bezeichnungen haben auch (!) die ersten 8 formen einen philosophischen hintergrund. die heissen unter anderen auch "taegucks" weil die 4 diagramme in der ecken der der nationalfahne südkoreas (die heisst taegucki) als schrittdiagramme gelaufen werden. weiterhin hat jede form ein eigenes sinnbild: himmel, wasser, erde, feuer, luft...
"Fauststoß ist für mich nicht gleich Fauststoß"
"ein Fauststoß ist ein Fauststoß "
diese beiden aussagen stehen in diesem thread gegeneinander.
das witzige ist aber, dass ein fauststoss immer ein fauststoss ist, aber ich dummerweise oft durch die stellung eingeschränkt werde, ihn einzusetzen.
wenn ich mir ansehe, wie leute formen laufen - über alle verbände hinweg - dann kann ich nur hoffen, dass sie niemals mit der faust zuschlagen müssen. dies sage ich nicht aus überheblichkeit, sondern um darauf aufmerksam zu machen, dass das formentraining einen großen bestandteil der zeit einnimmt, aber viele taekwondoin es als theorie ansehen und nur nachmachen, statt zu senken und "korrekte" techniken zu machen.
das reicht erstmal für heute, schreibt
die Naschkatze :-)
... und freut sich auf weitere beiträge