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scorpius

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1

Wednesday, October 29th 2008, 10:06pm

Karate gegen Trauer

Moin moin zusammen :D


Hab beim stöbern im Netz diesen Artikel gefunden:

http://www.focus.de/politik/deutschland/…aid_219255.html

Was haltet ihr denn davon eine KK/KS (in diesem Fall Karate) zur Trauerbewältigung einzusetzen?

Sonnige Grüsse

scorpius
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2

Wednesday, October 29th 2008, 10:12pm

Jede Sportart dürfte sich dafür eignen. Man reagiert sich ab, stärkt die eigene Vitalität und erzeugt Glückshormone. Trauer ist immer etwas, das den Menschen lähmt, Sport wirkt entgegengesetzt, weshalb ich es für sinnvoll halte.

3

Thursday, October 30th 2008, 1:05pm

Ein Pfarrer der Karate unterrichtet? Wow, ein Kirchenmann der wirklich nah am Puls der Gemeinde ist. Cool.

Ansonsten finde ich Zaphs Meinung sehr einleuchtend.

meisterschüler

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4

Thursday, October 30th 2008, 2:56pm

Pfarrer als Therapeuten?

Finde es fahrlässig wenn Pfarrer statt professionelle Psychologen als Therapeuten eingesetzt werden.

Zum Thema:
Kampfsport ist sicherlich ein idealer Weg um Agressionen und Wut zu kanalisieren und leitet ein positiver Beitrag um stabilität im Leben zu verbessern. :ff8:
Die Wahrheit kommt mit wenigen Worten aus. Zitat von Lao-tse.

Kennst Du Dojoguide das grosse Verzeichnis für Kampfkunstschulen Siehe Link: Kampfsport Verzeichnis Dojoguide

Stehe der Moto-ha Yoshinryu in der Schweiz vor und und unterrichte im Swiss Yoshinryu Shibudojo
:ya: :ya:

scorpius

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5

Friday, October 31st 2008, 2:05pm

Einen wunderschönen guten Morgen zusammen :D


Quoted

Jede Sportart dürfte sich dafür eignen. Man reagiert sich ab, stärkt die eigene Vitalität und erzeugt Glückshormone. Trauer ist immer etwas, das den Menschen lähmt, Sport wirkt entgegengesetzt, weshalb ich es für sinnvoll halte.



Genau so sehe ich das ebenfalls :)

Wobei ich aber kaum einen Sinn darin sehe, trauernde Kinder ins Karatetraining zu schicken.
Denn Karate bzw. andere KK`s sind in meinen Augen nicht das Allheilmittel für alle menschlichen Probleme. Und durch solche Aktionen kommt es meiner Meinung nach immer weiter zu einer Entfremdung des Karate.


Gerade das hier finde ich besonders zwiespältig:

Quoted

Um Gefühle wie Angst, Wut und Schmerz abzubauen, unterrichten Freiwang und Pfarrer Eugen Strasser-Langenfeld die Kinder überdies in Karate. „So können sie aufgestaute Energie rausschlagen und -treten“,



(Dieser Abschnitt ist im mittleren Teil neben den Bildern des Tages zu finden :D)
http://www.focus.de/politik/deutschland/…aid_219255.html



Ich persönlich denke da eher, man sollte den Kindern im engeren Umfeld Ruhe, Zuverlässigkeit, Aufmerksamkeit, Verständnis und Liebe vermitteln.
Und wenn sie mit den eigenen Familienangehörigen nicht gut über ihre Gefühle sprechen können, dann ist Hilfe von Aussen auf jeden Fall eine sinnvolle Sache, was nicht immer der Psychologe sein muss.
Weiterhin sollte man ihnen die Möglichkeit geben, durch freies Spielen, Toben, Malen, schreiben und so weiter ihrer Trauer so zu verarbeiten wie sie es selbst wollen und brauchen.

Eine weitere Gefahr seh ich darin, dass wenn man die Kinder in einem Karate-Training nur frei Schlagen und Treten lässt damit sie ihre Gefühle besser verarbeiten können, man ihnen damit ganz falsche Wertvorstellungen vom Karate vermittelt. Da wäre es doch besser, die Kids frei auf Pratzen und Boxsäcke einschlagen zu lassen. Denn wie bei allen Kampfkünsten gehört auch zum Karate harte Disziplin und Respekt. Und ob das bei trauernden Kindern das richtige ist bezweifle ich. Denn irgendwann müssen sie ja Khion und Kata trainieren und spätestens dann ist Schluss mit aufgestauter Energie rauslassen.

Gruss

Scorpius
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Saturday, November 8th 2008, 9:15pm

RE: Karate gegen Trauer


Moin moin zusammen :D


Hab beim stöbern im Netz diesen Artikel gefunden:

http://www.focus.de/politik/deutschland/…aid_219255.html

Was haltet ihr denn davon eine KK/KS (in diesem Fall Karate) zur Trauerbewältigung einzusetzen?

Sonnige Grüsse

scorpius



Hi,



warum sollte man Karate nicht zur Trauerbewältigung machen. Alles was hilft und anderen nicht schadet, ist erlaubt. Es gibt kein Richtig oder Falsch in der Trauerarbeit.



Wenn ich es an meinem konkreten Beispiel festmache, meine Mum ist im März gestorben. Mir hat die KK geholfen, ein wenig die Trauer zu verarbeiten oder damit zu leben.



Im Sommer war ich auf Okinawa und habe auch in meinem Kobudostil die Prüfung gemacht. Den Termin hat man auf meinen Wunsch hin, auf den 26.07.08 gelegt. Es wäre der Geburtstag von Mum gewesen. Für sie habe ich die Prüfung gewidmet. Mir hat es sehr geholfen und ich war mir sicher, daß sie in diesem Moment bei mir gewesen ist.

Und so ist es auch mit den Kindern und all den anderen, die bei dem Einsturz der Halle ums Leben gekommen sind. Die Lieben werden in den Herzen weiterleben und sie werden immer da sein.

Sie werden auch bei unserm Tun dabei sein. Und warum soll es falsch sein, Karate zu machen. Vllt. ist das garnicht so schlecht, auch eine gewisse Wut abzubauen. Da bietet sich Karate an. Unabhängig davon, daß das vllt. nicht das gewünschte Ziel vom Karate ist.



In diesem Sinne



Hazel :bo
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scorpius

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Sunday, November 9th 2008, 5:05pm

Halli hallo Hazel =)


Als erstes glaube ich ebenfalls das deine Mutter bei dir war.
Denn ähnlich ging es mir 2006 als ich bei dem wichtigsten Meilenstein meiner beruflichen Karriere eine ganz liebe Person verloren hab. Auch sie war während all der ganzen Vorbereitungen und Prüfungen bei mir und ich trage sie auch weiterhin in meinem Herzen bei mir. Deswegen wird sie nie vergessen sein.

Wenn Karate dir bei der Trauerverarbeitung geholfen hat finde ich das wirklich toll und auch für dich wichtig.
Aber ich sehe da einen wichtigen Unterschied zwischen uns und den Kindern.
Denn wir wissen das Karate (auch andere KK`s) unendliche Dimensionen aufweisen, die ich zum Beispiel nie ganz ergründen werden kann. Trotzdem versuche ich (denke das du das ebenfalls so betreibst) mein Karate mit all seinen tiefen zu erfassen und immer weiter in die Materie einzutauchen.
Und deswegen muss ich mich nicht mehr auf das konzentrieren was ich gerade tue. Ich kann meinem Körper vertrauen und irgendwann einfach abschalten und dabei meine Gefühle verarbeiten.

Und das können die Kinder in meinen Augen nicht. Sie müssen sich auf Abläufe, Ausführungsarten und Timing konzentrieren und nicht wirklich das abbauen womit sie sich dann doch irgendwann auseinandersetzen müssen.
Was für mich nichts halbes und nichts ganzes ist, denn meiner Meinung nach können sie sich nicht richtig auf Karate einlassen und andererseits ihre Trauer nicht verarbeiten.

Gruss

scorpius
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Monday, December 22nd 2008, 10:33pm

Der Gedanke ist völlig richtig

Ja, muß Dir unbedingt zustimmen.



Deshalb kommen Kinder vllt. auch besser zurecht.

Die Erwachsenen arbeiten halt viel zu sehr mit dem Kopf und Kinder sind mehr intuitiv und nehmen es irgendwann leichter hin.

Zwar nicht alle, aber die meisten. Und wenn wir merken, daß wir ein Hilfsmittel brauchen, suchen wir uns das. Meinst war und ist an

sich meine KK.



Hazel :bo
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