Moin zusammen,
ein paar kurze Worte:
Der wohl traditionellste und zugleich erfolgreichste Verband ist die JKA
Ohne die Leistung der JKA schmälern zu wollen sollte man das denke ich doch etwas differenzierter betrachten. Wenn man sich das Video anguckt und das früher mit dem heute und mit den Realitäten auf (JKA/DJKB oder anderen)Wettkämpfen vergleicht, dann sollte auffallen, dass da heute vieles anders ist. Die Katas sind 100% schneller als zu JKA-Gründungszeiten und die Kumite-Regelungen wurden auch von einem fast-Vollkontakt Kumite zu mehr oder weniger Hoppelkarate. Und schon das was Nakayama machte war eigentlich nicht das, worauf sich die JKA beruft - was Funakoshi Gichin lehrte war eben nicht der spätere JKA-Stil (Blick in Karate-Do Kyohan und Karate Jutsu aus den 20er und 30er Jahren offenbart himmelweite Unterschiede zu den ersten JKA-Publikationen) und Funakoshi wollte m.W. garnicht Cheftrainer werden (und hat m.W. auch nie in einem JKA-Dojo unterrichtet). Was Yoshitaka gelehrt hat ist heute bestens zu erraten - aber darauf beruft sich die JKA auch offiziell m.W. nicht. Nicht das ich Funakoshis Karate für das "richtige" Karate und alles andere für "falsch" halte, nur sollte man so Aussagen wie "traditionell" mit etwas Vorsicht treffen. Da finde ich den ein oder anderen Stil/Verband - insbesondere die Okinawa-Stile oder auch den Shotokai-Stil "traditioneller" (nicht unbedingt besser).
Die Frage ist natürlich, ist das von Relevanz, ob ein Stil traditionell ist oder nicht - diese Frage soll sich aber jeder selbst beantworten.
Das gepostete Video ist ganz schön gemacht, zeigt aber auch die Entwicklung hin zum Sportkarate - ich weiß, dass viele JKA/DJKBler das nicht gerne hören, und ich weiß auch dass es da noch einen anderen großen Verband in Deutschland gibt der noch mehr Wert auf "höher schneller weiter" legt - aber viel geben sich die beiden Großen da zumindest meiner Erfahrung nach nicht - auf nem Wettkampf sieht man kaum, ob das jetzt DJKB oder DKV ist.
Zu den Erfolgen - ich geh mal davon aus, dass du das auf Urkunden, Medalien und Pokale beziehst - das ist ja nicht weiter schlimm, nur ist die "Essenz" des Karate oder des Kampfsports generell eigentlich (auch nach JKA-Schrift, nicht aber unbedingt nach der Praxis) eine andere. Für mich sind meine Erfolge, dass ich mich mit dem was ich gelernt und trainiert habe bislang dreimal meiner Haut gegen Angreifer wehren konnte und jedesmal noch relativ gimpflich davongekommen bin.
Achja, in welchem Verband ich bin: Verband der kleinen Killerhäschen

(vogelfrei).
Gruß
scorpius