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Raggamuffin

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Wednesday, November 12th 2008, 8:07pm

Kampfkunst als Konfliktmanagement?

Ich habe gerade etwas interessantes gelesen. Da bietet eine KK-Schule Training für Schulklassen an, um das dortige Agressionspotential und die Spannungen innerhalb der Klasse zu minimieren, so dass der gemeinsame Lernprozess gefödert wird. Nun zur Frage: Glaubt ihr, dass durch das Trainieren einer schon vorher relativ gefestigten Gruppe, deren Strukturen und Gruppendynamiken (positiv) verändert werden können? Haltet ihr eine solche Angehensweise für einen möglichen Weg oder für doch eher kompliziert?

(Hier der link, für die, die es interessiert, mehr infos habe ich darüber leider nicht gefunden: punkt 3) http://www.frankfurt-aikikai.com/?s=Kunden)
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Siu Loong

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2

Wednesday, November 12th 2008, 9:03pm

Quoted

Agressionspotential und die Spannungen innerhalb der Klasse zu minimieren


das ist ne gute frage! ich denke das hängt ganz von der klasse ab! Wie groß ist die spannung und aggression in der klasse? Woher kommt die aggression und spannung! Ist die aggr. und sp. "nur" inerhalb der klasse vorhanden oder auch ausserhalb! Wie alt sind die schüler? Wie groß ist die klasse? Wieviele coaches gibt es? sind die coaches Psychologisch/pädagogisch geschult? Warum aikido! was steckt da für ein konzept hinter dem coaching! Würde es auch nicht ein anderer Sport machen?

ich glaube persönlich nicht, dass man damit eine angespannte & Agressive klasse in griff kriegen kann und den lernprozeß auf die dauer steigern kann, nicht mehr oderw weniger als mit anderen sportarten!
Wenn eine komplette klasse angespannt und aggressive ist, dann kann das ganz verschiedene gründe haben und ein schul Päd. oder psy. wäre vllt. besser!

Allgemein finde ich solche angebote recht gut und dem ein odere anderen wird es auch was bringen ....


Gruß

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3

Wednesday, November 12th 2008, 9:11pm

hm, das stimmt. gibt natürlich viele faktoren.
aber nehmen wir mal an, da ist eine klasse von kindern zwischen 10 - 14 jahren und innerhalb dieser klasse gibt es spannungen, wie mobbing, die "coole" und die "streber"-fraktion und und und. vielleicht ist es möglich, diese energie, die die kids in das gegenseitige mobbing investieren umzuleiten und durch ein gemeinsames projekt die agressionen innerhalb der klasse so nach außen zu bündeln, dass der zusammenhalt gefördert wird. ob es jedoch nicht auch anderer sport sein kann, ist die frage. vielleicht eignet sich kk besonders, um agressionen zu bündeln und zu kontrollieren und um den kindern bewusst zu machen, dass kontrolle manchmal wichtiger ist, als bloßes austeilen. vielleicht ist er vorteilhaft, weil innerhalb des trainings öfter mal die opfer- und täterrollen getauscht werden.?.
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Siu Loong

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Wednesday, November 12th 2008, 9:34pm

hm, das stimmt. gibt natürlich viele faktoren.
aber nehmen wir mal an, da ist eine klasse von kindern zwischen 10 - 14 jahren und innerhalb dieser klasse gibt es spannungen, wie mobbing, die "coole" und die "streber"-fraktion und und und. vielleicht ist es möglich, diese energie, die die kids in das gegenseitige mobbing investieren umzuleiten und durch ein gemeinsames projekt die agressionen innerhalb der klasse so nach außen zu bündeln, dass der zusammenhalt gefördert wird. ob es jedoch nicht auch anderer sport sein kann, ist die frage. vielleicht eignet sich kk besonders, um agressionen zu bündeln und zu kontrollieren und um den kindern bewusst zu machen, dass kontrolle manchmal wichtiger ist, als bloßes austeilen. vielleicht ist er vorteilhaft, weil innerhalb des trainings öfter mal die opfer- und täterrollen getauscht werden.?.


Ohne das konzept zu kennen! Ist es schwer das zu beurteilen! Denn die kk ist ja nur mittel zum zweck, klar hat es seine vorteile, wie wechseln der täter opfer rolle! Vertrauen geben und nehmen etc.
Wenn das ganze gut aufgebaut ist, kann das auch klappen! Aber das kann es bestimmt auch mit anderen Projekten als kk ... :)



Gruß

Raggamuffin

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5

Wednesday, November 12th 2008, 9:37pm

also glaubst du nicht, dass kk prädestiniert dafür ist?
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Siu Loong

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Wednesday, November 12th 2008, 9:43pm

also glaubst du nicht, dass kk prädestiniert dafür ist?


Als mittel vllt. schon! Und das es bestimmt noch andere nette sachen gibt dir dafür besonders geeignet sind ... Je nach dem, was erreicht werden soll ...

Siu Loong

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Wednesday, November 12th 2008, 9:48pm

also glaubst du nicht, dass kk prädestiniert dafür ist?


wie siehst du das?

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8

Wednesday, November 12th 2008, 10:02pm

da bin ich mir noch nicht ganz sicher, weil ich mich zu wenig mit der kk bzw. den verschiedenen richtungen auskenne. aber gruppendynamisch würde ich es so sehen: jeder mensch trägt bestimmte agressionen in sich, denen er nur allzugerne ausdruck verleihen würde. aber sobald er sich in einer gruppe befindet, muss er diesem wunsch widerstehen, da es nunmal zur norm gehört, seinen agressionen einhalt zu gebieten. aber gerade kindern fällt so etwas schwer und ich denke, dass es sehr normal ist, dass sie diese "wer-ist-der-stärkere?"-kämpfe untereinander austragen. gezieltes training könnte dem vielleicht gegenwirken. es könnte dafür sorgen, dass diese spannungen untereinander dazu genutzt werden, um etwas produktives zu erschaffen. wenn die kinder sehen, dass sie mit ihrer kraft auch positive sachen bewirken können und das am besten auch noch gemeinsam, dann kann das nur hilfreich sein. ich denke aber, dass genauso gut andere mittel dazu beitragen können, wie z.b. die kinder vor ein gemeinsames problem zu stellen (kann ja auch ein sportliches sein). wenn sie es schaffen, dieses problem gemeinsam, d.h. mit allen beteiligten zu lösen, wird das ihr verhältnis untereinander beeinflussen.
aber zurück zur kk:
ein 2. punkt, den ich bei einer technik mit der kk gut finde, ist, dass ich denke, dass die kinder gezwungen werden, ihre agressionen und gewaltpotentiale (die sie ziellos untereinander ausleben) zu bündeln und sie zu kontrollieren. dieses "austoben" könnte sie insgesamt ruhiger machen.
der 3. positive ansatz ist, dass sie durch den umgang mit ihrer eignene kraft lernen, wie zerstörerisch eine falsche handhabung sein kann. manchen kindern ist wahrscheinlich nicht bewusst, was sie mit falsch eingesetzter gewalt anrichten können.
und zu guterletzt: neben den kampftechniken werden ja (hoffentlich) die philosophischen und moralischen ansätze vermittelt. werten, wie respekt und zurückhaltung, werden hier besondere bedeutung zugeschrieben, mehr vielleicht, als bei einigen kindern zu hause. letzteren punkt, sollte man gerade in einer schulklasse verstärkt behandeln
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Niseishi

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9

Wednesday, November 12th 2008, 10:05pm

Moin,


der Beitrag wird länger, da ich etwas ausholen werden.

Irgendwie finde ich die ganzen pädagogisch Wertvollen Herangehensweisen an solche Themen genauso wie die Suche nach pädagogisch wertvollen Elementen in den Kampfkünsten mittlerweile gradezu putzig. Da werden plötzlich alle möglichen Sportarten, bevorzugterweise Kampfkunst und sonstwas, hervorgeholt die plötzlich ein ungenutztes Potential haben um alle Probleme der Menschheit, vor allem aber bezüglich des Fehlverhaltens von Kindern, zu beheben. Ich habe selbst ne Zeitlang vertretungsweise an einer Ganztagsschule Karate unterrichtet - weder mir noch dem eigentlichen Trainer ist es gelungen, da irgendwelche Ergebnisse zu erzielen - die Kids sind vorher und nachher (nach 2 Jahren Training) immer noch genauso aufeinander losgegangen und haben sich genauso verhalten wie vorher - einfach weil 2h Karate pro Woche die 166 übrigen Stunden in der Woche, die zu dem Verhalten der Kinder erst geführt haben, nicht aufwiegen können.
Vor allem wenn man in der Zeit noch halbwegs was an Karate oder sonstner Kampfkunst rüberbringen will gibt das auf Garantie nix.

Zum zweiten, zu den Gruppierungen in Klassen, der Gruppendynamik und all den Dingen. Wenn ich an meine eigene Schulzeit zurückdenke - warum wollte ich mit "Stebern" nix zu tun haben? Bestimmt nicht weil sie besser waren als ich (meine Noten waren nicht wirklich überragend, aber das Verhältnis Note/Aufwand stimmte) oder weil sie keine Levis und Nike trugen (konnten sich meine Eltern auch nicht leisten) sondern - weil sie mir auf die Nerven gingen. Wenn ich mir die "Außenseiter/Streber"-Gruppe von damals nochmal in Erinnerung rufe, dann waren dass eben primär die, die solche Dinge taten wie
- 5 Tage die Woche mit dem gleichen Pullover in die Schule kommen (bäh, pfuideibel)
- Duschen und Haare waschen war nur zu Weihnachten und Ostern drin
- Unsoziales Verhalten ("Petzen" auch von Dingen, die sie nix angehen)
- Allgemeines "nerviges" Auftreten und Verhalten wie im Kindergarten
- Wußten alles besser, konntne alles besser und haben laut Schlagermusik gehört
Guck ich mir jetzt die Gruppe der "coolen Checker" an, dann gingen mir die genauso auf die Nerven weil sie
- Sich auf ihre mistischen Levis und Nikes extrem was eingebildet haben
- Jeder der nicht grade ihre Musik hörte, ihre Sportart betrieb o.ä. war uncool
- Haben sich selbst alles rausgenommen aber selbst keine Einschränkungen ertragen
- Sind meistens nur als Gruppe aufgetreten und waren einzeln nix
- Haben damit angegeben, dass sie z.B. ne 5 in Mathe hatten

So, wie will man diese Gruppen jetzt dazu bringen, sich besser zu verstehen oder eine gemeinsames Gruppengefühl zu entwickeln? Jeder der drei Gruppen (Streber, Normalos, coole Checker) war froh, wenn die Schule rum war und man die anderen Spinner bis zum nächsten Morgen nicht mehr sehen mußte. Da hatte einfach niemand das Bedürfnis danach, eine gemeinsame Identität zu haben.


Wenn mir jetzt jemand verrät, wie man diese Probleme durch Kampfsport oder ähnliches lösen kann, dann bin ich ganz Ohr. Aber persönlich glaube ich, dass da ohne die Eltern garnix geht.


So long

Niseishi

Niseishi

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10

Wednesday, November 12th 2008, 10:15pm

Hi,

ich fände es schön, wenn auch du versuchen würdest, deine Beiträge durch die Anwendung der Regeln der Groß-/Kleinschreibung einigermaßen lesbar zu gestaten. Vielen Dank.

Zu dem zitierten Text:

der 3. positive ansatz ist, dass sie durch den umgang mit ihrer eignene kraft lernen, wie zerstörerisch eine falsche handhabung sein kann. manchen kindern ist wahrscheinlich nicht bewusst, was sie mit falsch eingesetzter gewalt anrichten können.
und zu guterletzt: neben den kampftechniken werden ja (hoffentlich) die philosophischen und moralischen ansätze vermittelt. werten, wie respekt und zurückhaltung, werden hier besondere bedeutung zugeschrieben, mehr vielleicht, als bei einigen kindern zu hause. letzteren punkt, sollte man gerade in einer schulklasse verstärkt behandeln
Vieleicht sollte auch jeder daran denken, dass es sich um Kinder handelt. Denen brauch ich nicht mit "moralischen und philosophischen Hintergründen" zu kommen, weil sie sie einfach nicht verstehen werden. Und die Kids wissen sehr wohl, wie zerstörerisch eine (falsche) Handhabung ihrer Kraft sein kann - allerdings werden sie dieses Wissen nicht dazu verwenden, ihre Kraft anders einzusetzen, wenn sie nicht (primär durch die Eltern) dazu angehalten werden. Inkonsequenzen in der Erziehung (unter dem Vorwand der pädaggisch wertvollen Erfahrungen und der kindlichen Freiheit) führen - ob mit oder ohne Kampfsport - zu Ar**hlochkindern - das sehe ich grade bei einem Arbeitskollegen und bei meinem Cousin. In beiden Fällen ist die Kindesmutter Lehrerin und ach so stolz auf ihren kleinen Kevin (Name geändert) und mit "der will den anderen Kindern garnicht wehtun, der will nur spielen" wird dann die eigene Inkompetenz und Inkonsequenz in der Erziehung schöngeredet. Das der 5-6 jährige aber schon die ganze Familie terrorisiert wird ignoriert bis es zu spät ist und dann muß der KK-Trainer das richten weil das Kind durchs Training "ruhiger und ausgeglichener" wird und "seine Aggressionen abbauen" kann - das Kind sollte in der Erziehung lernen, mit Aggressionen einigermaßen umgehen zu können und nicht erst erträglich sein wenn der Energiespeicher leer ist.

So long

Niseishi

Raggamuffin

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Wednesday, November 12th 2008, 10:19pm

hi,
danke für die schilderung. kann es nachvollziehen, dass man solche erkenntnisse daraus zieht, vor allem, wenn man in einem solchen bereich gearbeitet hat.
bist du der meinung, dass man es auch sein lassen kann und volleyball den gleichen effekt auf die kinder hat, wie tanzen, singen oder kampfsport?
meinst du, die von dir genannten gründe der abneigungen untereinander sind die eigentliche ursache für agressionen?
kurzum: würdest du sagen, dass kk an schulen nicht das geringste bewirken kann? auch nicht, wenn der fokus auf die moralischen ansätze gelegt wird?

natürlich kann man auch jede andere sportart für solche zwecke in betracht ziehen. teamsport z.b. oder beruhigende sportarten. aber dann wären wir hier nicht auf einer kk-seite :-)

ich habe für einige zeit in einer schule gearbeitet, die im sozialen brennpunkt meiner stadt liegt. und ich musste leider feststellen, dass viele kinder sich gar keine vorstellung davon machen konnten, dass das, was sie tun, konsequenzen hat und sie andere massiv schädigen. sie haben das "opfergefühl" vollkommen aus ihrer betrachtung genommen. als ich sie damit konfrontiert habe, haben einige kinder bitter geweint, weil sie selber schockiert waren über das, was sie getan haben.
könnte kk nicht dazu beitragen, diesen blickwinkel nicht vollständig zu ignorieren?
Raggamuffin



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12

Wednesday, November 12th 2008, 10:24pm

Was hast du gegen meine Groß- und Kleinschreibung?!? Substantiv bleibt Substantiv. (stört die Engländer auch nicht und sie verstehen sich trotzdem) Aber wenn es dir hilft, benutze ich gerne mein Shift-Taste
Raggamuffin



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Niseishi

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13

Wednesday, November 12th 2008, 10:40pm

Hi,


ja, Substantiv bleibt Substantiv, aber Deutsch ist eben mit einigermaßen korrekter Orthographie finde ich deutlich besser zu lesen. Aber wenn du möchtest können wir auch auf Englisch umschalten :) Davon ab stehts in der Netiquette dieses Forums, die du als Moderatorin doch sicherlich kennst?

Bzgl. deiner Frage "Ist es egal was die Kinder machen" - ich würde sagen, es ist sogar fast egal ob sie was machen solange die Hauptursache des Problems - und die liegt zu 99% im Elternhaus - nicht gelöst wird. Also wenn die Kinder von zuhause nicht erzogen sind, dann kann ich als Trainer in den wenigen Stunden die mir bleiben da nicht wirklich was dran ändern - das ist meine Erfahrung aus dem Training in der Hauptschule und aus knapp 10 Jahren als Trainer von Kinder und primär Erwachsenengruppen - Assi bleibt Assi - Kampfsport hin oder her. Davon ab, es wird oft von "Charakterbildung" in den Kampfkünsten gesprochen - bis heute warte ich darauf, dass mir jemand wirklich darlegen kann, wo z.B. in einem normalen Shotokan-Dojo wirklich am Charakter gearbeitet wird.
Und bzgl. deinem zweiten Absatz - das ist doch im Prinzip die gleiche Erfahrung wie die die ich gemacht habe - den Kids ists einfach sch**ßegal ob das dem anderen wehtut wenn sie ihn schlagen oder ob das Ding was sie grade kaputt machen jemand anderem gehört, einfach weil sie nicht entsprechend erzogen wurden. Wenn man die dann fragt "kannst du dir vorstellen, dass das dem X wehtut" oder "möchtest du, dass ich das bei dir mache" dann kommt entweder ein schulterzuckendes "mhm, mir doch egal" oder ein "du hast mir garnix zu sagen" oder vieleicht auch "leck mich doch". Diese Kinder denken nicht über Konsequenzen nach, weil sie keine Konsequenzen kennen - die Eltern von den im Beitrag weiter oben genannten Kevins drohen zwar 20mal an, dass das Fernsehen heute aus bleibt, aber es wird dann doch angemacht.

So, ich geh jetzt ins Bett, Frau wird sonst sauer, und das hat Konsequenzen :gig

Niseishi

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14

Wednesday, November 12th 2008, 11:32pm

MOD: Bitte achtet auf die Wortwahl. Wörter, wie "Assi" sind unangebracht, besonders in Bezug auf Kinder.
Raggamuffin



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Raggamuffin

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15

Wednesday, November 12th 2008, 11:33pm

Zum Inhalt äußere ich mich morgen nochmal, jetzt ruf das Bett :-)
Raggamuffin



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16

Thursday, November 13th 2008, 11:47am

Pauschal ist KK als Konfliktmanagement gänzlich ungeeignet.

In traditionellen KK propagiertes Hierarchiedenken führt bestensfalls zu einer Verschiebung der eigenen Verantwortung. Das Experiment "Die Welle" hat ganz gut gezeigt, dass es nur bedingt die individuelle Reife fördert, ein hierarchisches System zu adaptieren.
Wenn es zudem Aikido ist, werden viele ihrre Energien darin nicht abbauen können. KK als Konfliktmanagement einzusetzen zeigt eigentlich nur pädagogisches Versagen und dass man an den Grenzen seiner Möglichkeiten angelangt ist, und das finde ich daran nicht überzeugend.

17

Thursday, November 13th 2008, 12:09pm

kampfkunst kann eine methode sein, um konflikte zu lösen. es ist aber sicherlich kein allheilmittel, da häufig einfach zuviele faktoren zusammen wirken:

- das umfeld der kids (z.b. sind hauptschüler die verlierer des bildungs- und arbeitsmarktes, und die kids wissen das auch. daraus resultiert eben auch eine gewisse gleichgültigkeit, die auch irgendwo verständlich ist. warum kämpfen, wenn man sowieso verliert?)
- das elternhaus
- die zeit, die in das "konfliktmanagement" gesteckt werden soll (wie bereits erwähnt wurde, bringen 2h pro woche wenig bis nichts)


das wort "konfliktmanagement" ist in meinen augen sowieso wieder so ein modewort. richtiges konfliktmanagement aus dem lehrbuch kommt in 99% der fälle sowieso nicht zum tragen, da konflikte in gruppendynamischen prozessen meist ganz einfach geregelt werden: nämlich gruppenintern über die hierarchie.
das bedeutet, dass der alpha dem beta einfach über das maul fährt und ruhe ist; die beliebte win-win situation ist nur schwer zu erreichen, besonders wenn der alpha mit seinem eigenen "win" zufrieden ist und gar nicht an den anderen denkt, was bei der allseits schrumpfenden empathiefähigkeit der kids eher regel als ausnahme ist.

in meinen augen ist sowas wie "konfliktmanagement" oft nur augenwischerei, da überhaupt nicht die basis für eine entsprechende konfliktlösung existiert. man sieht immer nur die methode, übersieht aber den menschen dahinter. und wenn einer mit seiner bisherigen strategie immer gut gefahren ist, selbst wenn er dabei ein totales arschloch war, warum sollte er diese strategie ändern? sie hat doch bisher immer gut geklappt?
dieses "brauch ich nicht, klappt auch so"-verhalten ist allerdings universell menschlich und nicht nur auf kinder beschränkt. festgefahrene verhaltensweisen von erwachsenen knackst du auch nicht einfach mal in einem zweistündigen konfliktmanagement-seminar und schon gar nicht, wenn der entsprechende einen hohen rang innerhalb der hierarchie hat.

ich arbeite nebenbei mit jugendlichen mit migrationshintergrund in unserem jugendzentrum und glaubt ihr im ernst, bei denen würde so etwas funktionieren? es sind keine schlechten menschen, aber die leben völlig in ihrer welt aus hormonen, gangsta und hierarchie. wenn du denen etwas über konfliktmanagement erzählst oder sie zwei stunden mit kampfkunst "unterhältst" (denn genau so sehen sie alles, was man ihnen bietet), dann geht das denen zum einen ohr rein und zum anderen wieder raus.

eigentlich bräuchte es für diese kids eine ganztägige betreuung; schule inkl. hausaufgaben bis 14 uhr, danach sport, ag's, usw., bis sie abends einfach nur noch in ihr bett fallen. das ganze dann in einem rahmen mit festen regeln, an die sich jeder zu halten hat und auch tatsächlich unangenehme strafen drohen, wenn gewalt passiert oder sonstiger mist gebaut wird (ein tadel juckt die doch lange nicht mehr. das klappt vielleicht noch auf dem gymnasium, wo sowas für manchen eine katastrophe ist).
kampfsport als konfliktmanagement ist in solchen umfeldern darum meist nur im besten falle ein tropfen auf dem heißen stein, im schlimmsten ist es reiner aktionismus, ganz im stil von "seht her, wir tun was".

die wirklichen probleme liegen woanders, und diese probleme kann nur die politik lösen.
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Raggamuffin

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Thursday, November 13th 2008, 1:14pm

hi iron,
dein eintrag gefällt mir. vielen dank für diesen blickwinkel. man muss es vielleicht wirklich so sehen: die beschäftigung an sich bewirkt mehr, als der gegenstand der beschäftigung selbst. angebote solcher art können unterstützen, aber nicht alle probleme lösen. wenn man das so betrachtet, dann muss man wohl angebote, wie oben gepostet, wohl eher als verkaufs-masche sehen, würdest du dem zustimmen, iron?
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scorpius

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Thursday, November 13th 2008, 1:52pm

Moosche zusammen :)

Niseishi, Irongriffon und Zaphkiel haben ähnliche Ansätze nur formuliert das jeder auf seine eigene Weise.
Und ich muss euch allen Recht geben, denn eure Aussagen und Erfahrungen decken sich mit den meinen.
Und deswegen, weil schon alles gesagt worden ist, gehe ich nicht weiter darauf ein ;)

Aber ich schreibe euch mal einen ganz persönlichen Erfahrungsbericht der mir sozusagen im KK-wir sind die Heilung auf alle Probleme-Bereich die Augen geöffnet hat.

Der kleine Kevin (Name geändert) wurde sehr frei und konsequenzlos erzogen. Er sollte seine Erfahrungen und Grenzen selbst entdecken und dann danach handel.
Irgendwann merkten die Eltern, dass das so nicht funktioniert und steckten Kevin in einen Judo-Club, der mit seinem großen Einfluss auf die kleinen Mitglieder warb.
Nun besuchte Kevin einmal in der Woche für 1,5h den Judounterricht und nervte dort dann sehr schnell seine Trainer, denn warum soll er sich von diesen Menschen etwas sagen lassen.
Nun kam es, dass die Schule mit einer anderen Schule einen Ausflug machte und Kevin konnte es auch dort nicht lassen als "alpha" (wie Irongriffon so schön geschrieben hat ;) ) die kleineren Kinder der anderen Schule zu ärgern, zu schlagen und zu beleidigen.
Nun stellte sich doch plötzlich ein kleiner Schüler gegen ihn um einen anderen zu schützen. Das brachte Kevins Blut so richtig in Wallung was sich zu einer Schlägerei entwickelte.
Nun kam es wies kommen musste, Kevin wendete das an was er im Judotraining gelernt hatte und hebelte und würgte den kleinen bis dieser vor Schmerzen nicht mehr konnte. Zu gutem Schluss fand er sich so toll, dass er das andere Kind mit einem Wurf eine Böschung runter warf und sich richtig gut vorkam.
Alle fanden das Geschehene ganz schlimm und nachher war auch ganz schnell ein Sündenbock für alles gefunden....nämlich der Judotrainer.
Denn er hätte das gewalttätige Potenzial Kevins erkennen und gegen steuern müssen.

Eine wahre Begebenheit

Gruss

scorpius
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20

Thursday, November 13th 2008, 1:56pm

Quoted

wenn man das so betrachtet, dann muss man wohl angebote, wie oben
gepostet, wohl eher als verkaufs-masche sehen, würdest du dem
zustimmen, iron?
ich will es mal nicht so grob nennen; natürlich will etwas verkauft werden, aber dahinter kann auch eine gute absicht stecken bzw. der glaube oder die hoffnung, mit seiner methode etwas dauerhaft zu verändern.

ich sehe halt hier wieder nur das klassische "werkzeug-denken" der leute: also wir haben ein problem und kramen mal in unserer kiste herum, bis wir das passende werkzeug gefunden haben. oder ähnlich wie in der medizin, wo man nur die symptome bekämpft, aber dabei das eigentliche problem übersieht.

auch möchte ich noch etwas auf das vorhin genannte "pädagogische versagen" eingehen. die pädagogik hat nicht versagt, sondern die politik. was vielen leuten nicht klar ist, ist, dass pädagogik immer nur auf die aktuellen politischen gegebenheiten reagieren kann, sie kann diese aber nicht verändern.

auf gut deutsch bedeutet das, dass die pädagogik jetzt den misthaufen wegmachen kann bzw. dafür verantwortlich gemacht wird, was unsere bildungspolitik seit den 60gern versaut hat. oder um bei dem medizinbeispiel zu bleiben: der patient hat krebs im endstadium, weil man es versäumt hat, den tumor rechtzeitig zu erkennen bzw. zu reagieren. jetzt kann man nur versuchen, die symptome der krankheit mit allen möglichen mitteln zu bekämpfen. und zu genau solchen mitteln zähle ich solche sachen wie "kk als konfliktmanagement".
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