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Schokoblume

Beginner

  • "Schokoblume" started this thread

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Location: Bad Neuenahr

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1

Saturday, July 14th 2007, 10:40pm

Ist der Tiefe stand physiologisch?

Jahrelang werden wir dazu gedrillt so tief wie möglich zu stehen. Als Anfänger ist es noch ziemlich anstrengend, bis man es in der Mittelstufe endlich drauf hat. Dann aber wenn man in die Oberstufe kommt, heißt es plötzlich, dass man bei Kumite nicht so tief stehen sollte.

Und zu guter letzt hat man Schmerzen in den Knien und erfährt von Physiotherapäuten, dass man einen Verschleis in den Knieen hat.

Denkt ihr, dass sich die ganze Qual gelohnt hat? Das Ergebnis ist, dass man einmal die Woche zur Therapie muss und vor jedem Trainig Schmerzsalben verwenden muss.

Auch das vorwertsgehen im Kokotsudatschi finde ich ist sehr gefährlich, wenn man es noch nicht richtig beherrscht.

Wie steht ihr dazu, dass Kinder sehr früh zu Karate geschickt werden. Wenn man doch bedenkt, dass ihre Gelenke noch in der Entwicklungsphase sind und noch ganz weich sind.

Liebe Grüße Vahideh

yamamoto

Unregistered

2

Sunday, July 15th 2007, 5:50pm

@Schokoblume:
Das tiefe Stehen ist das Produkt einer in Deutschland nur unzureichend überlieferten Trainingsweise. Nach dem Motto: "Viel hilft viel":

Das tiefe Stehen ist im Grunde nur eine Momentaufnahme wie im Nakayama-Buch, nur daß diese Momentaufnahme für die immergültige Form gehalten wird. Daher kommt es zu einseitigem Training. Und einseitiges Training führt immer (!) zu Verschleiß.

Es gibt so viele Techniken, Anwendungen und Stellungen, die hoch ausgeführt werden müssen. Nur um der Optik willen werden z.T. Kata verfälscht, um durch den immertiefen Stand eine gewisse Kraft vorzutäuschen, die gar nicht relevant ist.

Von dem Irrsinn, durch weite Stellungen bzw. Sprünge mit Gyaku-Zuki auf lange Distanz zu punkten reden wir gar nicht.

This post has been edited 1 times, last edit by "yamamoto" (Jul 15th 2007, 5:52pm)


3

Wednesday, January 9th 2008, 6:11pm

Vielleicht muss man sich vor Augen halten, woher die tiefen Stände im Shotokan überhaupt kommen:
Eingeführt hat sie nähmlich Yoshitaka Funakoshi, der Sohn von O-Sensei Gichin Funakoshi. Während der Herr Papa auf alten Aufnahmen relativ hoch steht, sieht man ab ca 1940 deutlich den Einfluss von Yoshitaka im Shotokan.
Als kräftiger Kerl (im Gegensatz zum Vater) war er der Ueberzeugung, dass Katas, welche tief ausgeführt würden, einen höheren Trainings- bzw. Kräftigungseffekt haben würden. Seine Schüler (Nakayama, Kase etc.) übernahmen dieses Konzept. Egami Shigeru hingegen sieht man auf seine "alten" Tage wieder deutlich höher stehen als Yoshitaka...

Obwohl Gichin in seinem Shotonijukun die Empfehlung hinterlassen hat, dass eine Kata nicht verändert werden dürfe hat sich sein eigener Sohn schon nicht daran gehalten...

cossowar

Beginner

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4

Monday, May 26th 2008, 1:02am

Tiefe Stand!!!

Schon krass, ich stehe auch tief besonders wenn ich kämpfe, dadurch bin ich schneller und meine Kontertechnicken sind kräftigere. Aber, das kann man nicht von einem Anfänger, Kind oder ein älteren Menschen erwarten sofort umzusetzen. Für mich dient das tiefe Stellung im Kihon und Kata um meine Beine zu trainieren, nach Jahren sind meine Beine dadurch kräftigere geworden. Ich weiß nicht wie tief du dass auch meinst, für mich gibt es da eine grenze. Für mich gibt es da nur eine Erklärung, wenn man nicht weiß wie man seine Stellungen Zenkutsu-Kiba-Kokutsu Dachi ausführen sollte dann kann das zu solche Knochen Problemen führen. Ich würde mich nach einem anderen Lehrer umsehen der dir das besser erklären kann, es kann nicht sein das man nur tiefer erwartet aber nicht erklärt bekommt wie man überhaupt stehen soll. Ich habe kein einzigen Schüler der über knie Beschwerden durch Karate leidet oder Verschleiß dadurch hat. Karate sollte gesundheitsfördernd sein und nicht umgekehrt.


Oss

Weipei

Moderator

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5

Wednesday, May 28th 2008, 11:41pm

Nabend allerseits,

ich mache zwar kein Karate aber nachweisslich gibt es ja bei Taekwondo auch Einflüsse aus dem Karate.
Bei uns gibt es auchtiefe stellungen bei denen ich heute das Gefühl habe eine Knie damit geschädigt zu haben. Meines Wissens nach werden diese Stellungen so tief gemacht weil sie erstens besser aussehen und zweitens (was wichtiger war früher) einen festeren Stand ermöglichen. Je niedriger der Schwerpunkt desto schwieriger ist es mich um zu stoßen.Heute bringt das bei Wettkämpfen nicht mehr viel weil man dadurch in der Regel langsamer und schwerfälliger ist und damit den Angriffen der Gegner nur schwer ausweichen kann.
Früher hat man aber auch anders gekämpft. Wenn man sich heutige Wettkämpfe anschaut wird man schnell merken das Techniken mit wenig Kraft ausgeführt werden diese aber verdammt schnell sind. Punkte zählen heute. Früher waren Punkte nur dafür da einen Kampf entscheiden zu können, falls jemand nicht Ko ging oder weiterkämpfen konnte. Viele Techniken (zumindest im Tkd) können aber durch Tiefe Stände kraftvoller ausgeführt werden weil man sich besser vom Boden abdrücken kann.
Das sind zumindest meine Erfahrungen im Taekwondo und ich hoffe das diese hier zu passten. Falls ich den Thread missverstanden habe lasst es mich bitte wissen.

Beste Grüße

Weipei
Wer aufhört besser zu werden, hört auf gut zu sein.

6

Thursday, May 29th 2008, 10:10am

Interessant ist die Tatsache, dass "nur" Shotokan die Kihon/Kata so tief läuft. Alle anderen Stilrichtungen legen meines Wissens mehr Wert auf Leichtfüssigkeit/Tempo als auf Stabilität und Kraft

Siu Loong

Administrator

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7

Thursday, May 29th 2008, 12:15pm

Interessant ist die Tatsache, dass "nur" Shotokan die Kihon/Kata so tief läuft. Alle anderen Stilrichtungen legen meines Wissens mehr Wert auf Leichtfüssigkeit/Tempo als auf Stabilität und Kraft


liegt das nicht darin das Funakoshi auch die meinung vertretten hat, dass karate an erster stelle training für geist und körper ist und dann erst für den kampf, oder so!
ich bin der meinung so etwas mal gelesen zu haben! Mag aber sein das ich mich irre.

Das würde vllt. die tiefen anstrengenden ständer im Shotokan erlkären
Wenn ich gänzlich falsch liegen sollte, möge man mir das bitte verzeihen!

scorpius

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8

Friday, May 30th 2008, 10:43pm

Moin zusammen :)


So bitte nicht erschrecken jetzt kommt meine Sicht der Dinge :D

Ich teile meine Gedanken zum Thema "tiefer Stand" einfach mal auf.

Zunächst warum gibts die tiefen Stände und wo kommen diese her?
Richtig ist, dass wie hier geschrieben in den "alten" Schriften von Funakoshi & Co die Stände wesentlich höher waren als sie das in heutigen Lehrschriften sind. Richtig ist auch, dass mit Yoshitaka Funakoshi, der ein härteres Kraft- und Kampfbetonteres Shotokan betrieben hat, und mit Nakayama unabhängig voneinander (Nakayama war primär Schüler von Gichin, nicht von Yoshitaka und in der Zeit, als Yoshitaka "Chef" war garnicht in Japan, sondern in China) zwei Leute (bzw. eigentlich Gruppen um diese beiden Herren) tiefere Stellungen eingeführt wurden.
Aber jetzt zu sagen "tiefe Stellungen sind nur neumodischer Kram" ist auch nicht ganz richtig. Alte Kung-Fu Stile hatten schon tiefe Stellungen lange bevor ein dem heutigen Karate ähnliches System zu existieren begann.


Betrachtet man sich den Sinn der tiefen Stände genauer, so kommen mir drei mögliche Anwendungen in den Sinn:
1. Kondition, Kräftigung und Dehnung der Muskeln (offensichtlich)
2. Vorbereiten, um solche Stellungen auch im realen Kampf für kurze Zeit einnehmen zu können (Ausweichbewegung nach hinten geht ohne "vorderes Bein geht zurück" wesentlich schneller durch ein Absenken des Körperschwerpunktes nach hinten und damit ein Hineingleiten in eine tiefe Stellung, ein langer Angriff nach vorne kann durch eine tiefe Stellung noch ein paar cm gutmachen und den ausweichenden Gegner doch noch erwischen) (nicht ganz offensichtlich, aber wohl klar)
3. Als gezieltes Mittel, um "Karate-Untypische" Techniken einzusetzen. Wurftechniken etc. funktionieren umso besser, umso tiefer mein Schwerpunkt und umso höher der meines Gegners ist. Guckt man sich z.B. die Kata Jion an, so lassen sich darin wenn man denn will eine Art Hüftwürfe finden, die aus einer Drehung aus Zenkutsu-Dachi in Kokutsu-Dachi ausgeführt werden. Das klappt in einem tiefen Kokutsu-Dachi besser, weil erstens der gegnerische Schwerpunkt über meinen eigenen liegt und zweitens ich durch den tiefen und damit langen Stand nen guten Hebel am Gegner habe (Groß ist des Schlossers Kraft, wenn er mit dem Hebel schafft :) - die Sache mit dem Schwerpunkt ist eigentlich auch nur Hebelgesetz) (das ist für die meisten Karateka in den ersten Jahren nicht ersichtlich, schlicht weils ihnen keiner sagt....)

Abschließend läßt sich dazu also schonmal sagen, dass tiefe Stände durchaus einen Sinn haben können, aber hohe Stände sind ebenso wichtig.


Jetzt zu den Gefahren mit tiefen Ständen etc. Oft wird erzählt "Karate hat meine Knie kaputt gemacht" - glaube ich auch, aber nicht die tiefen Stände oder die Techniken in die Luft haben das gemacht, sondern die falsche Trainingsweise. Die 3 am häufigsten gemachten Fehler in dieser Richtung nach meiner Beobachtung:
1. Techniken schnappen in die Gelenke (ist wohl klar das das nicht gut ist, hab ich durch den Stockkampf aber selbst grade wieder)
2. Gelenke werden in Richtungen belastet, in die sich nicht belastet werden sollten. Beispiel Knie wird nach rechts/links belastet und nicht nur nach vorne/hinten. Oft sieht man das bei Mae-Geri, das hintere Bein dreht sich 45-90° ein (soweit ok) aber dann erfolgt eine nach vorne gerichtete Kraft auf das nun zur Seite gerichtete Gelenk ... und das kann auf Dauer nicht funktionieren.
3. Schmerzen werden ignoriert. Damit mein ich nicht Blaue Flecken, Blasen an den Füßen oder Muskelkater (aber beim letzteren fängts z.T. schon an): Wenn es weh tut, ist das meistens ein Zeichen dafür, dass was falsch war. Ein Ignorieren dieses vom Körper und der Natur wahrscheinlich mit einen Hintergedanken vorgesehenen Warnsystems muß immer eine bewußte Entscheidung sein - und wenn irgendwo dauerhaft Probleme sind, dann sollte man der Sache früh auf den Grund gehen.

Also auch hier: Es gibt Gefahren, diese sollte man kennen und dann klappt das auch mit dem tiefen Stand.


So...ich denke...ich bin fertig :)

Hoffe ich konnte obwohl es viel war weiterhelfen


Gruss


scorpius
si vis pacem para bellum

Das ist das Geheimnis des Überlebens: Zieh niemals in den Krieg. Besonders nicht mit dir selbst.
Lord of War


Chaos, Panik und Unordnung-
mein Job ist hier getan!!!!!

9

Monday, June 2nd 2008, 11:03am

Guter Beitrag :ss3:

meisterschüler

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Occupation: Informatik Projektleiter

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10

Monday, June 2nd 2008, 12:58pm

Allgemein zu tiefen Ständen

Stimme mit Scorpius weitgeheend überein.

Hier meine ganz eigene Ansicht zu tiefen Ständen auch ausserhalb des Karate..

Tiefe Stände sind im Kampf ein Nachteil da man sich nicht so schnell bewegen kann und sich dadurch einschränkt. Im Training macht es Sinn diese zu üben um im Fall der Fälle die Kraft und die Dehnbarkeit hat tief zu gehen.

Daselbe gilt übrigens auch für Wurftechniken auch dort sollte man grundsätzlich hoch stehen und nur wenn nötig tief gehen. Wer hoch steht kann durch den fallenden Körper ein Momentum generieren, wer schon tief steht kann nur noch tiefer gehen und hat auch nicht mehr dieselben Möglichkeiten....
Die Wahrheit kommt mit wenigen Worten aus. Zitat von Lao-tse.

Kennst Du Dojoguide das grosse Verzeichnis für Kampfkunstschulen Siehe Link: Kampfsport Verzeichnis Dojoguide

Stehe der Moto-ha Yoshinryu in der Schweiz vor und und unterrichte im Swiss Yoshinryu Shibudojo
:ya: :ya:

Niseishi

Unregistered

11

Tuesday, June 3rd 2008, 11:01pm

Ist alles situationsabhängig....

Hallo Freunde der Nacht und des guten Gesang :)


dies ist mein erster Beitrag hier im Forum, lese seit ner Zeit mit und hab mich jetzt auch mal registriert. Ich sehe die Dinge ähnlich wie meisterschüler und scorpius und denke, dass die beiden eigentlich auch das gleiche meinen.
Wichtig ist denke ich noch herauszustellen, dass es keinen "Stand" oder "Stellung" im Sinne von "und da steh ich da mal ne Zeitlang rum und guck was so passiert in der Welt" gibt, sondern dass das alles und vor allem tiefe "Stände" (ab hier spare ich mir die Anführungszeichen wieder) nur eine kurze Momentaufnahme einer Bewegung sind. Im von scorpius angeführten Beispiel mit dem Wurf z.B. würd ich jetzt mal, so wie meisterschüler das meint, am Anfang hoch stehen, dann aber während des Wurfes unter den Schwerpunkt des Gegners "abtauchen" und mit diesem Moment und dem Hebel den Gegner von den Beinen nehmen. Direkt danach gehts wieder in eine flexiblere Stellung zurück....


Sonnige Grüße

Daniel

Siu Loong

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12

Thursday, June 5th 2008, 10:08pm

Hallo daniel und erstmal ein "HERZLICH WILLKOMMEN" auf martial-world.com,

schön das du dich entschlossen hast dich zu regestrieren!° :)


Quoted

.....dass das alles und vor allem tiefe "Stände" (ab hier spare ich mir die Anführungszeichen wieder) nur eine kurze Momentaufnahme einer Bewegung sind.

das denke ich auch!

:ya:

meisterschüler

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13

Wednesday, June 11th 2008, 12:32am

Hallo Daniel

Ja meine es genau so wie Du es gesagt hast. Finde vor allem die sogennanten tiefen Kampf-Stellungen unsinnig, da viele Beginner noch bevor der Kampf anfängt sich jede Möglichkeit verbauen, wenn sie in eine tiefe Kampfstellung gehen.

Das besipeiel mit dem Wurf ist gut.

PS: Willkommen hier bei uns... bevor ich es vergesse

:ya: :ya: :ya:
Die Wahrheit kommt mit wenigen Worten aus. Zitat von Lao-tse.

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Hazelrah

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14

Monday, December 22nd 2008, 10:51pm

dem kann ich beipflichten

Moin zusammen :)


So bitte nicht erschrecken jetzt kommt meine Sicht der Dinge :D

Ich teile meine Gedanken zum Thema "tiefer Stand" einfach mal auf.

Zunächst warum gibts die tiefen Stände und wo kommen diese her?
Richtig ist, dass wie hier geschrieben in den "alten" Schriften von Funakoshi & Co die Stände wesentlich höher waren als sie das in heutigen Lehrschriften sind. Richtig ist auch, dass mit Yoshitaka Funakoshi, der ein härteres Kraft- und Kampfbetonteres Shotokan betrieben hat, und mit Nakayama unabhängig voneinander (Nakayama war primär Schüler von Gichin, nicht von Yoshitaka und in der Zeit, als Yoshitaka "Chef" war garnicht in Japan, sondern in China) zwei Leute (bzw. eigentlich Gruppen um diese beiden Herren) tiefere Stellungen eingeführt wurden.
Aber jetzt zu sagen "tiefe Stellungen sind nur neumodischer Kram" ist auch nicht ganz richtig. Alte Kung-Fu Stile hatten schon tiefe Stellungen lange bevor ein dem heutigen Karate ähnliches System zu existieren begann.


Betrachtet man sich den Sinn der tiefen Stände genauer, so kommen mir drei mögliche Anwendungen in den Sinn:
1. Kondition, Kräftigung und Dehnung der Muskeln (offensichtlich)
2. Vorbereiten, um solche Stellungen auch im realen Kampf für kurze Zeit einnehmen zu können (Ausweichbewegung nach hinten geht ohne "vorderes Bein geht zurück" wesentlich schneller durch ein Absenken des Körperschwerpunktes nach hinten und damit ein Hineingleiten in eine tiefe Stellung, ein langer Angriff nach vorne kann durch eine tiefe Stellung noch ein paar cm gutmachen und den ausweichenden Gegner doch noch erwischen) (nicht ganz offensichtlich, aber wohl klar)
3. Als gezieltes Mittel, um "Karate-Untypische" Techniken einzusetzen. Wurftechniken etc. funktionieren umso besser, umso tiefer mein Schwerpunkt und umso höher der meines Gegners ist. Guckt man sich z.B. die Kata Jion an, so lassen sich darin wenn man denn will eine Art Hüftwürfe finden, die aus einer Drehung aus Zenkutsu-Dachi in Kokutsu-Dachi ausgeführt werden. Das klappt in einem tiefen Kokutsu-Dachi besser, weil erstens der gegnerische Schwerpunkt über meinen eigenen liegt und zweitens ich durch den tiefen und damit langen Stand nen guten Hebel am Gegner habe (Groß ist des Schlossers Kraft, wenn er mit dem Hebel schafft :) - die Sache mit dem Schwerpunkt ist eigentlich auch nur Hebelgesetz) (das ist für die meisten Karateka in den ersten Jahren nicht ersichtlich, schlicht weils ihnen keiner sagt....)

Abschließend läßt sich dazu also schonmal sagen, dass tiefe Stände durchaus einen Sinn haben können, aber hohe Stände sind ebenso wichtig.


Jetzt zu den Gefahren mit tiefen Ständen etc. Oft wird erzählt "Karate hat meine Knie kaputt gemacht" - glaube ich auch, aber nicht die tiefen Stände oder die Techniken in die Luft haben das gemacht, sondern die falsche Trainingsweise. Die 3 am häufigsten gemachten Fehler in dieser Richtung nach meiner Beobachtung:
1. Techniken schnappen in die Gelenke (ist wohl klar das das nicht gut ist, hab ich durch den Stockkampf aber selbst grade wieder)
2. Gelenke werden in Richtungen belastet, in die sich nicht belastet werden sollten. Beispiel Knie wird nach rechts/links belastet und nicht nur nach vorne/hinten. Oft sieht man das bei Mae-Geri, das hintere Bein dreht sich 45-90° ein (soweit ok) aber dann erfolgt eine nach vorne gerichtete Kraft auf das nun zur Seite gerichtete Gelenk ... und das kann auf Dauer nicht funktionieren.
3. Schmerzen werden ignoriert. Damit mein ich nicht Blaue Flecken, Blasen an den Füßen oder Muskelkater (aber beim letzteren fängts z.T. schon an): Wenn es weh tut, ist das meistens ein Zeichen dafür, dass was falsch war. Ein Ignorieren dieses vom Körper und der Natur wahrscheinlich mit einen Hintergedanken vorgesehenen Warnsystems muß immer eine bewußte Entscheidung sein - und wenn irgendwo dauerhaft Probleme sind, dann sollte man der Sache früh auf den Grund gehen.

Also auch hier: Es gibt Gefahren, diese sollte man kennen und dann klappt das auch mit dem tiefen Stand.


So...ich denke...ich bin fertig :)

Hoffe ich konnte obwohl es viel war weiterhelfen


Gruss


scorpius

Hi,



volle Zustimmung :su



Oftmals wird ja auch falsch trainiert und man macht die Übungen entweder falsch oder der Lehrer schaut nicht auf das, was man eigentlich machen soll.

Grundsätzlich ist es für ein gesundes Knie nicht schädlich, mal tiefer zu stehen. Es ist nur die Frage, wie die Stellungen ausgeführt werden.

Wenn man die Stellungen richtig lernt und das Bewegen in den Stellungen, dann sollten doch gesundheitliche Probleme minimiert werden.

Wenn einer eh schon Probleme hat mit Knieen usw. dann ist klar, dann trägt das sicherlich nicht zur Gesunderhaltung bei.

Die tiefen Stellungen trainieren einen gesunden Menschen und tragen zur Stärkung der Beine bei.

Man sollte dieses Training auch langsam und behutsam machen und den Körper an sich auf diese doch ungewohnten Bewegungen vorbereiten.

Alles was rapiad gemacht wird, ist schädlich.

Und jeder sollte nur so tief stehen, wie er es vertreten kann.



Hazel :bo
Der Vernunft und dem Recht folgen und gemeinsam existieren und erblühen.


Ryu Kyu KobudoTesshinkan gibt es jetzt auch in Wetzlar / LDK. Infos unter

:bo hazelrah1968@aol.com :bo





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